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Hier finden Sie eine allgemeine Information über die systemische Denkweise,
die den Hintergrund unserer Arbeit mit Einzelpersonen und Gruppen bildet.
Wir arbeiten seit 1986 im Sinne der entwicklungsorientierten
Familientherapie und den Erkenntnissen Bert Hellingers mit Menschen in
schwierigen Situationen.
Das Ziel der Arbeit und der Begleitung ist herauszufinden, ob es in der
Familie eines Klienten Ereignisse gibt, von denen sich seelische und/oder
körperliche Probleme herleiten lassen. Und, ob es eine Möglichkeit gibt,
hemmende Einstellungen zu erkennen und zu lösen. So kann ein Weg frei werden,
Erkenntnisse für das eigene Leben zu erlangen, neue Wachstumsimpulse zu bekommen
und, wenn das gelingt, auch in der Seele und im Körper frei zu werden für den
nächsten Schritt im Leben
Was ist "systemische Familientherapie"?
Das gesamte Spektrum der Systemischen Familientherapie darzustellen würde
diesen Rahmen sprengen. Deshalb beschränken wir uns auf jene Inhalte, die wir
für unsere Arbeit als besonders erwähnenswert erachten. Unabhängig von dem gewandelten Bild der Familie der Gegenwart haben die
folgenden Bereiche eine zentrale Bedeutung für das Familienleben und die
Qualität der Beziehungen einer Person
- das Beziehungsgefüge zwischen Mann und Frau
- das Beziehungsgefüge zwischen Eltern und Kindern
- die Beziehungen im Zusammenhang mehrerer Generationen (Verbindung zu den Ursprungsfamilien der Eltern und Großeltern)
- die Einbindung aller Mitglieder einer Familie, auch derer, die dazugehören
müssen, ohne verwandt zu sein, Ausgeschlossene und Vergessene
Die Familientherapie (auch "Systemtherapie" oder "systemische
Familientherapie") eignet sich als
- Methode zur Unterstützung von Menschen mit Problemen in der
Verwirklichung ihrer wichtigen Lebensziele, bei Partnerkonflikten (auch Trennung
und Scheidung), Eltern - Kind - Problemen, psychosomatischen, neurotischen und
depressiven Störungen -
- Methode zur Selbsterfahrung und/oder Fort- und Weiterbildung.
- Darüber hinaus hat das systemische Denken auch Eingang in
Beratungskonzepte für Institutionen und Unternehmen gefunden.
Vieles in der Vorgehensweise von systemischen Therapeuten scheint beim ersten
Hinschauen verblüffend einfach - und doch handelt es sich um ein
hochprofessionelles, anspruchsvolles Verfahren:
Der Systemtherapeut benötigt eine fundierte Ausbildung (Theorie ,
Methoden, Interventionstechniken),
eine gründliche Selbsterfahrung (Auseinadersetzung mit der eigenen
Ursprungs- und Gegenwartsfamilie, Umgang mit eigenen Emotionen, Blockaden und
Ängsten),
weiterführende Supervisionen nach Abschluss der Ausbildung (Lösen
von persönlichen Problemen und Hinterfragen seines therapeutischen Handelns),
Fort- und Weiterbildung (Kenntnisse über neue Entwicklungen in der
systemischen Therapie und Auseinandersetzung mit Themen, die über die
eigentliche Psychotherapie hinausgehen).
Systemische Therapie kann erst gelingen, wenn der Therapeut selbst die den
Systemen innewohnenden "Ordnungen der Liebe" in sein Leben integriert und so
eine eigene "blinde Liebe" in eine "sehende" wandelt. Seine eigene Situation in
seiner eigenen Kindheit, Vergangenheit, was immer da war, gewissermaßen
philosophisch betrachtet und sie als besondere Kraft für sein Leben nimmt.
Der systemische Ansatz von Bert Hellinger
Hellinger ist mit der Entwicklung seiner verdichteten Form des
"Familienstellens" , der "Bewegungen der Seele" und des "geistigen
Familienstellens" eine inzwischen weltweit viel beachtete Erweiterung
familientherapeutischen Handelns gelungen.
Sein psychotherapeutischer Ansatz blickt über die persönliche Geschichte hinaus
und bezieht einen neuen und größeren Raum mit ein: die Familiengeschichte,
das "Gehen mir der Seele", das "Gehen mit dem Geist".
Er folgt in seiner Arbeit den Beobachtungen aus unzähligen
Familienaufstellungen, die tiefe Einsichten in das geben, was Hellinger als die
"Ordnungen der Liebe" bezeichnet. Seine Arbeit gründet also auf
Erfahrung.
Im Verlauf jahrzehntelanger therapeutischer Beobachtungen hat er
überraschende Verknüpfungen eines persönlichen Schicksals mit der Gesamtheit
der Familiengeschichte entdeckt:
Die gesamte Familie ist - oft ohne es zu wissen oder zu fühlen - miteinander
verbunden. So werden Leid und Schuld von einer Generation der folgenden
weitergegeben. Dabei geht es um Krankheit und Tod, um Unrecht, um
Schicksalsschläge und immer um Liebe und Beziehungen.
Die Dynamik der Familiengeschichte folgt einer eigenen Ordnung, das heißt
eigenen Regeln und Gesetzen.
Das therapeutische Handeln, darunter auch das "Familienstellen", verdeutlicht, dass viele
Probleme und Krankheiten dort entstehen, wo jemand liebt, ohne die Ordnungen der
Liebe zu achten, und dass die therapeutische Lösung und Heilung mit der
Wiederherstellung der Ordnung beginnt.
Eine der wichtigsten Entdeckungen Bert Hellingers ist wohl die Erkenntnis,
daß jedes Familienmitglied, das vergessen oder ausgeschlossen wurde, durch später
Geborene vertreten wird. Die Schicksale wiederholen sich immer wieder, denn Störungen
in den verborgenen "Symmetrien der Liebe" führen zu einem so genannten "Erbe von
Verstrickungen", das von nachfolgenden Generationen "bezahlt" werden
muss.
Schaut man aber auf die Wurzeln dieser schicksalhaften Verbindungen, erkennt man
eine tiefe Liebe von Kindern zu ihren Eltern und ihren Vorfahren.
Kinder sind nicht nur bedürftig
und auf Liebe angewiesen, also passiv abhängig. Sie lieben selbst aktiv, mit
einer unbewussten, starken Liebe, bedingungslos und oft blind, und bleiben so
ihr Leben lang mit ihrer Familie und deren Schicksal verbunden.
Aus dieser schicksalhaften Bindung, der "blinden" Liebe und Treue wird auch das Unglück der
Eltern und anderer Vorfahren weiter übernommen, denn Kinder haben selten den Mut
oder die Kraft, in ihren eigenen Beziehungen glücklicher oder erfolgreicher zu
sein als sie.
An der Oberfläche kann der Kontakt zu den Eltern abgerissen sein oder gar ein
feindseliges Verhältnis bestehen. Und doch stehen auch solche Kinder im Dienst
der Familie und erfüllen mit der ganzen Kraft kindlicher Liebe Aufträge, die von
Generation zu Generation weitergegeben werden.
Diese fest verankerte Kraft kann aber zur Heilung nutzbar gemacht werden, wenn
sie anerkannt, respektiert und sorgsam umgeleitet wird.
Hellinger ( Februar 2004): "Plötzlich habe ich bemerkt, daß die
Erfahrungen, die wir mit dem Familienstellen und mit den Bewegungen der Seele
gemacht haben, zu Erkenntnissen führen von weit reichender Art, und daß diese
Erkenntnisse ein Handeln erfordern, das über das hinausgeht, von dem ich bisher
gedacht habe, daß es gut und richtig sei...."
Hellinger (a.a.O.): "Der Geist ist immer sehr langsam, schnell ist
nur das Vordergründige"..... "Die Familienaufstellung bietet jedem die Chancen
und die Möglichkeiten, sich in das neue, weite Feld der Ordnungen des Lebens und
der Ordnungen der Liebe, welches ALLES für uns bereit hält, zu begeben und sich
ihm anzuvertrauen. Dadurch werden Freude, Liebe und Erfolg wieder zur
Selbstverständlichkeit."
In den Aufstellungen wird eine Fülle von unterschwelligen Spannungen sichtbar
und offen. Denn wenn z.B. ein Kind am Rand steht und von den anderen wegschaut,
erlebt das der Stellvertreter als belastend. Jeder Platz hat seine eigene Kraft,
so dass jeder, der an einem solchen Platz steht, ähnliche Wahrnehmungen macht.
Wer einen Platz in der fremden Familie einnimmt, spürt eine große Vielfalt der Gefühle und Beziehungen in der jeweiligen Familie.
Da das Ziel eine Lösung aus belastenden Konstellationen ist, werden Plätze verändert
und eine Ordnung gesucht, in der sich jeder wohl fühlt. Dabei ist es besonders
heilsam, dass auch bisher Vergessene oder Ausgeschlossene ihren Platz erhalten.
Vom Therapeuten wird in das Geschehen weitgehend nicht eingegriffen, die
Stellvertreter und der Therapeut lassen sich von der "schöpferischen Bewegung
des Geistes" , die hinter allem steht, führen.
Hellinger(2002): ..Aber es gibt nichts Vollkommenes. Alles auf diesem Weg,
das Familienstellen, wie es war und die Bewegungen der Seele sind alle
gleichermaßen wertvoll. Wer sich einmal darauf eingelassen hat und dafür sein
Herz öffnet, der weiß und spürt, er muß wachsen. Über diese Arbeit werden wir
gezwungen, innerlich zu wachsen. Damit wird deutlich, daß es hier nicht mehr nur
um Heilung geht oder um Lösung von Problemen. Am Ende geht es um das LEBEN IN
SEINER FÜLLE."
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