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Karl Heinz Domig
Daniela Domig
Psychoth. Seminare
Das hyperaktive Kind
System. Fortbildung

Hier finden Sie eine allgemeine Information über die systemische Denkweise, die den Hintergrund unserer Arbeit mit Einzelpersonen und Gruppen bildet.

Wir arbeiten seit 1986 im Sinne der entwicklungsorientierten Familientherapie und den Erkenntnissen Bert Hellingers mit Menschen in schwierigen Situationen.

Das Ziel der Arbeit und der Begleitung ist herauszufinden, ob es in der Familie eines Klienten Ereignisse gibt, von denen sich seelische und/oder körperliche Probleme herleiten lassen. Und, ob es eine Möglichkeit gibt, hemmende Einstellungen zu erkennen und zu lösen. So kann ein Weg frei werden, Erkenntnisse für das eigene Leben zu erlangen, neue Wachstumsimpulse zu bekommen und, wenn das gelingt, auch in der Seele und im Körper frei zu werden für den nächsten Schritt im Leben

Was ist "systemische Familientherapie"?

Das gesamte Spektrum der Systemischen Familientherapie darzustellen würde diesen Rahmen sprengen. Deshalb beschränken wir uns auf jene Inhalte, die wir für unsere Arbeit als besonders erwähnenswert erachten. Unabhängig von dem gewandelten Bild der Familie der Gegenwart haben die folgenden Bereiche eine zentrale Bedeutung für das Familienleben und die Qualität der Beziehungen einer Person

  • das Beziehungsgefüge zwischen Mann und Frau
  • das Beziehungsgefüge zwischen Eltern und Kindern
  • die Beziehungen im Zusammenhang mehrerer Generationen (Verbindung zu den Ursprungsfamilien der Eltern und Großeltern)
  • die Einbindung aller Mitglieder einer Familie, auch derer, die dazugehören müssen, ohne verwandt zu sein, Ausgeschlossene und Vergessene

Die Familientherapie (auch "Systemtherapie" oder "systemische Familientherapie") eignet sich als

  • Methode zur Unterstützung von Menschen mit Problemen in der Verwirklichung ihrer wichtigen Lebensziele, bei Partnerkonflikten (auch Trennung und Scheidung), Eltern - Kind - Problemen, psychosomatischen, neurotischen und depressiven Störungen -
  • Methode zur Selbsterfahrung und/oder Fort- und Weiterbildung.
  • Darüber hinaus hat das systemische Denken auch Eingang in Beratungskonzepte für Institutionen und Unternehmen gefunden.

Vieles in der Vorgehensweise von systemischen Therapeuten scheint beim ersten Hinschauen verblüffend einfach - und doch handelt es sich um ein hochprofessionelles, anspruchsvolles Verfahren:
Der Systemtherapeut benötigt eine fundierte Ausbildung (Theorie , Methoden, Interventionstechniken),
eine gründliche Selbsterfahrung (Auseinadersetzung mit der eigenen Ursprungs- und Gegenwartsfamilie, Umgang mit eigenen Emotionen, Blockaden und Ängsten),
 weiterführende Supervisionen nach Abschluss der Ausbildung (Lösen von persönlichen Problemen und Hinterfragen seines therapeutischen Handelns),
Fort- und Weiterbildung
(Kenntnisse über neue Entwicklungen in der systemischen Therapie und Auseinandersetzung mit Themen, die über die eigentliche Psychotherapie hinausgehen).

Systemische Therapie kann erst gelingen, wenn der Therapeut selbst die den Systemen innewohnenden "Ordnungen der Liebe" in sein Leben integriert und so eine eigene "blinde Liebe" in eine "sehende" wandelt. Seine eigene Situation in seiner eigenen Kindheit, Vergangenheit, was immer da war, gewissermaßen philosophisch betrachtet und sie als besondere Kraft für sein Leben nimmt.                                                     

Der systemische Ansatz von Bert Hellinger

Hellinger ist mit der Entwicklung seiner verdichteten Form des "Familienstellens" , der "Bewegungen der Seele" und des "geistigen Familienstellens" eine inzwischen weltweit viel beachtete Erweiterung familientherapeutischen Handelns gelungen.
Sein psychotherapeutischer Ansatz blickt über die persönliche Geschichte hinaus und bezieht einen neuen und größeren Raum mit ein: die Familiengeschichte, das "Gehen mir der Seele", das "Gehen mit dem Geist".
Er folgt in seiner Arbeit den Beobachtungen aus unzähligen Familienaufstellungen, die tiefe Einsichten in das geben, was Hellinger als die "Ordnungen der Liebe" bezeichnet. Seine Arbeit gründet also auf Erfahrung.

Im Verlauf jahrzehntelanger therapeutischer Beobachtungen hat er überraschende Verknüpfungen eines persönlichen Schicksals mit der Gesamtheit der Familiengeschichte entdeckt:
Die gesamte Familie ist - oft ohne es zu wissen oder zu fühlen - miteinander verbunden. So werden Leid und Schuld von einer Generation der folgenden weitergegeben. Dabei geht es um Krankheit und Tod, um Unrecht, um Schicksalsschläge und immer um Liebe und Beziehungen.
Die Dynamik der Familiengeschichte folgt einer eigenen Ordnung, das heißt eigenen Regeln und Gesetzen.
Das therapeutische Handeln, darunter auch das "Familienstellen", verdeutlicht, dass viele Probleme und Krankheiten dort entstehen, wo jemand liebt, ohne die Ordnungen der Liebe zu achten, und dass die therapeutische Lösung und Heilung mit der Wiederherstellung der Ordnung  beginnt.

Eine der wichtigsten Entdeckungen Bert Hellingers ist wohl die Erkenntnis, daß jedes Familienmitglied, das vergessen oder ausgeschlossen wurde, durch später Geborene vertreten wird. Die Schicksale wiederholen sich immer wieder, denn Störungen in den verborgenen "Symmetrien der Liebe" führen zu einem so genannten "Erbe von Verstrickungen", das von nachfolgenden Generationen "bezahlt" werden muss.
Schaut man aber auf die Wurzeln dieser schicksalhaften Verbindungen, erkennt man eine tiefe Liebe von Kindern zu ihren Eltern und ihren Vorfahren.

Kinder sind nicht nur bedürftig und auf Liebe angewiesen, also passiv abhängig. Sie lieben selbst aktiv, mit einer unbewussten, starken Liebe, bedingungslos und oft blind, und bleiben so ihr Leben lang mit ihrer Familie und deren Schicksal verbunden.
Aus dieser schicksalhaften Bindung, der "blinden" Liebe und Treue wird auch das Unglück der Eltern und anderer Vorfahren weiter übernommen, denn Kinder haben selten den Mut oder die Kraft, in ihren eigenen Beziehungen glücklicher oder erfolgreicher zu sein als sie.
An der Oberfläche kann der Kontakt zu den Eltern abgerissen sein oder gar ein feindseliges Verhältnis bestehen. Und doch stehen auch solche Kinder im Dienst der Familie und erfüllen mit der ganzen Kraft kindlicher Liebe Aufträge, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Diese fest verankerte Kraft kann aber zur Heilung nutzbar gemacht werden, wenn sie anerkannt, respektiert und sorgsam umgeleitet wird.

Hellinger ( Februar 2004):  "Plötzlich habe ich bemerkt, daß die Erfahrungen, die wir mit dem Familienstellen und mit den Bewegungen der Seele gemacht haben, zu Erkenntnissen führen von weit reichender Art, und daß diese Erkenntnisse ein Handeln erfordern, das über das hinausgeht, von dem ich bisher gedacht habe, daß es gut und richtig sei...."

Hellinger (a.a.O.): "Der Geist ist immer sehr langsam, schnell ist nur das Vordergründige"..... "Die Familienaufstellung bietet jedem die Chancen und die Möglichkeiten, sich in das neue, weite Feld der Ordnungen des Lebens und der Ordnungen der Liebe, welches ALLES für uns bereit hält, zu begeben und sich ihm anzuvertrauen. Dadurch werden Freude, Liebe und Erfolg wieder zur Selbstverständlichkeit."

In den Aufstellungen wird eine Fülle von unterschwelligen Spannungen sichtbar und offen. Denn wenn z.B. ein Kind am Rand steht und von den anderen wegschaut, erlebt das der Stellvertreter als belastend. Jeder Platz hat seine eigene Kraft, so dass jeder, der an einem solchen Platz steht, ähnliche Wahrnehmungen macht.
Wer einen Platz in der fremden Familie einnimmt, spürt eine große Vielfalt der Gefühle und Beziehungen in der jeweiligen Familie.

Da das Ziel eine Lösung aus belastenden Konstellationen ist, werden Plätze verändert und eine Ordnung gesucht, in der sich jeder wohl fühlt. Dabei ist es besonders heilsam, dass auch bisher Vergessene oder Ausgeschlossene ihren Platz erhalten.
Vom Therapeuten wird in das Geschehen weitgehend nicht eingegriffen,  die Stellvertreter und der Therapeut lassen sich von der "schöpferischen Bewegung des Geistes" , die hinter allem steht, führen.

Hellinger(2002): ..Aber es gibt nichts Vollkommenes. Alles auf diesem Weg, das Familienstellen, wie es war und die Bewegungen der Seele sind alle gleichermaßen wertvoll. Wer sich einmal darauf eingelassen hat und dafür sein Herz öffnet, der weiß und spürt, er muß wachsen. Über diese Arbeit werden wir gezwungen, innerlich zu wachsen. Damit wird deutlich, daß es hier nicht mehr nur um Heilung geht oder um Lösung von Problemen. Am Ende geht es um das LEBEN IN SEINER FÜLLE."