Das hyperaktive Kind, ADHS
Wegen häufiger Anfragen will ich auf ein paar grundlegende Aspekte des
hyperaktiven Syndroms (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) hinweisen:
Allgemeine Erscheinungsformen (Symptome):
Unruhe ("Zappelphilipp")
Ablenkbarkeit, Unkonzentriertheit ("Hans Guck-in-die-Luft")
Allgemeine (innere und äußere) Unordnung ("Struwwelpeter")
So genanntes "destruktives und aggressives" Verhalten ("Der böse Friederich")
Der Arzt Heinrich Hoffmann hat das Phänomen schon 1845 im Struwwelpeter
beschrieben, es ist also nicht neu.
Zahlreiche weitere Symptome kommen dazu, meist als Folge der oben genannten.
Ursachen:
Meistens mehr oder weniger diskrete Komplikationen in der frühkindlichen
Entwicklung (Schwangerschaft, Geburtsverlauf, Säuglingszeit).
Seltener: Erziehungsfehler.
Was ist "gestört"?
Meist handelt es sich um eine verlangsamte Reifung der "höchsten" Instanzen
des Gehirns - als Folge der oben genannten Ursachen. (Prinzip der höheren
Verletzlichkeit der - entwicklungsgeschichtlich - jüngsten Hirnareale)
Daraus resultiert mangelhafte Impuls- und Willenskontrolle als Ursache der
erwähnten Symptome.
Was kann man tun?
Nach fachlicher Abklärung, die ohne besonderen Aufwand erfolgen kann, genügen
in der Regel nebst entsprechender Beratung der Eltern einfache biologische
Mittel: gezielte Gabe von nervenwirksamen Vitaminen. Im Volksschulalter ist dies
bei etwa 80% der Kinder ausreichend. Bei älteren Kindern sinkt die Erfolgsrate.
Nur dann sind weitere, auch medikamentöse, Maßnahmen notwendig.
Feldkirch, 7.1.2002
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